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5 Wochen in Kolumbien – Fotos & Summary

Leute: Überraschenderweise habe ich in Kolumbien nicht so viele Touristen getroffen, wie erwartet. Teilweise war ich fast alleine im Hostel. Als ich dann viel Couchsurfing gemacht habe, sind mir bei Besichtigungen auch oft nur wenige Touris über den Weg gelaufen. Die Kolumbianer habe ich sehr unterschiedlich erlebt. Anfangs habe ich an der Küste ja eher negative Erfahrungen gemacht – jedoch hat sich dies im Hochland sehr geändert – vor allem auch durch Couchsurfing. Ich habe dadurch viel vom Alltag mitbekommen und ganze Familien kennengelernt, war in einer Schulklasse eingeladen und habe viele neue Freunde gewonnen. Insgesamt waren die Kolumbianer aber nicht so neugierig auf ein Gespräch – auf der Strasse oder im Bus wurde ich eigentlich nie angesprochen.

Essen: In Kolumbien habe ich sehr viel selbst gekocht – einmal um Kosten zu sparen, und weil es für Vegetarier etwas schwierig ist. Die meisten Mahlzeiten beinhalten Fleisch – man kann zwar das selbe Gericht ohne Fleisch bestellen, jedoch ist das dann meistens nur Reis, Bohnen, manchmal ein bissl Salat (eher nicht so toll) – wofür der Preis dann wieder zu hoch ist. Das kolumbianische Brot war bisher das ekligste, was ich je probiert habe 😉 aber dafür habe ich ein paar andere gute Snacks gegessen. „Verliebt“ habe ich mich in Aguapanela mit Käse – ein Heißgetränk ähnlich einem Tee, in das man Käse gibt, sodass dieser schmilzt und dann raus gelöffelt werden kann – hmmmmmm! Wenn wir schon bei den Getränken sind: Absolut toll war, dass ich ab San Gil in jeder Stadt das Leitungswasser trinken konnte – purer Luxus, wenn man auf Reisen ist!! 🙂

Wetter: Insgesamt war es in Kolumbien kuehler, als erwartet – ich habe ziemlich oft gefroren. Das Wetter war sehr unterschiedlich… in Cartagena und Santa Marta brannte teilweise die Sonne herunter – im Hochland hatte ich viel Wolken/Nebel und manchmal auch leichten Regen. Glücklicherweise hat es NIE einen Tag komplett geregnet – und auch nie besonders stark – genial, oder!?

Kosten: Die Kosten an der Küste waren deutlich höher, als im Innenland – vor allem ein Abstecher (Mompox) weg von der normalen Route KOSTET. Dadurch, dass ich danach Couchsurfing gemacht habe und – wie gesagt – viel selbst gekocht habe, habe ich ziemlich an Kosten gespart und komme somit insgesamt auf ein Tagesbudget von 21 Euro. Ohne CS und mit Essen gehen wären es wohl mindestens 30 Euro gewesen. Besonders stark ins Budget gehen die Busfahrten…

Unterkuenfte: Ich habe die Zeit ca. zur Hälfte mit Couchsurfing und zur anderen Hälfte in Hostess verbracht. Günstiger als für 7 Euro habe ich keine Unterkunft gefunden – in vielen Städten geht es nicht unter 10 Euro. Die Qualität war dann schon entsprechend gut – aber wenn man das nicht braucht, gibt es eigentlich keine Möglichkeit durch Schlafen in „Spelunken“ zu sparen 😉 Bei meinen CS Hosts hatte ich fast immer ein eigenes Zimmer, was echt toll war! 🙂

Infrastruktur: Die Busse in Kolumbien sind meistens sehr modern, das Gepäck wird oft wie beim Flieger abgegeben und man bekommt einen Zettel dafür. Im Bus ist es leider oft eiiiiiiiiskalt und es laufen (mehr oder weniger gute) Filme. Was ich gut fand, ist, dass fast jeder Bus eine Toilette hatte 🙂 Die Busse werden auch nicht besonders voll und man hat (bis auf die Busetas/Colectivos/Minibusse…die ich verabscheue!!) immer genügend Platz. Achja, erwähnenswert ist noch das neue Bussystem in Bogota, das so verwirrend gestaltet ist, dass sich selbst die Einwohner nicht auskennen und verfahren…….. 😀

Krankheiten: War alles palletti! 🙂

Sicherheit: Ich habe mich in Kolumbien bis auf 2 Ausnahmen immer sicher gefühlt. Einmal war ich in Bogota gegen Mitternacht zu Fuss unterwegs (kurze Strecke von der Bushaltestelle zum Hostel) und habe mich TOTAL unwohl gefühlt. Lauter komische Leute auf der Strasse… und das, obwohl ich zusammen mit Christian unterwegs war. Wir haben dann für die letzten 3 Ecken ein Taxi genommen. In Pasto hat mein Host Cesar mir ständig gesagt, welche Strassen man nicht benützen sollte, weil die gefährlich sind etc. Da habe ich mich dann (obwohl immer in Begleitung) schon oft umgedreht und meine Handtasche ganz fest gehalten… 😉

Persoenliches TOP: Salento mit dem Valle de Cocora, sowie Aguapanela mit Kaese! 😀

Persoenliches FLOP: Schwierig. Es gibt einige Orte, von denen ich mir mehr erwartet hatte…aber am meisten enttäuscht war ich wohl von Cartagena. War mir einfach zu künstlich.

Insgesamt bin ich mit Kolumbien nicht ganz warm geworden. Ich war nicht sooo sehr beeindruckt, wie viele andere (man hört ja immer jemanden von Kolumbien schwärmen). Ich kann nicht sagen, woran es lag – evtl. daran, dass ich alles mit Guatemala verglichen habe! 😉 Erst durch Couchsurfing und meine tollen Hosts hat es angefangen, mir in Kolumbien zu gefallen… Big thank you to everybody!!! 🙂

Hier geht’s zu den viiiiiielen Fotos von Kolumbien: 

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Kolumbien – der wunderschoene Westen :)

29.06.-02.07.2012 Bogota

In Villa de Leiva hatte ich das Glueck, dass Christian (auch auf Weltreise) Manfred kennengelernt hat, der am naechsten Tag mit dem Auto nach Bogota wollte und uns zur Salzkathedrale Zipaquira mitnahm. Die Kathedrale war echt wunderwunderschoen und hat sich auf jeden Fall ausgezahlt. Viel groesser, als erwartet, toll beleuchtet (gut, ein bissl kitschig teilweise vielleicht) – mal ein ganz anderes Erlebnis!

Von dort ist es nicht mehr weit bis Bogota, wo ich wieder bei einem Couchsurfing Host untergebracht war. Alejo war so nett und hat fuer den ersten Abend gleich organisiert, dass wir mit einem Freund mit dem Auto auf einen Huegel fahren, wo wir bei toller Aussicht was essen konnten. Dort habe ich auch zum ersten Mal Aguapanela mit Kaese probiert – was danach bis zum Ende in Kolumbien mein absolutes Lieblingsgetraenk war 🙂 Lecker!!!! Und die Aussicht auf Bogota war echt schoen 🙂

Am naechsten Tag hat mir Alejo alle moeglichen Gebaeude in La Candelaria (historisches Zentrum) gezeigt – was der alles an Jahreszahlen und Geschichte wusste, war echt krass.  Abends habe ich Alejo und Christian bekocht: Pasta mit Champignon-Sauce und Kaiserschmarren…war ziemlich lecker!!

Am naechsten Tag sind wir ins Museo del Oro (Goldmuseum). Es war zwar interessant, aber auch ziemlich voll (Sonntag) und irgendwie ist es dann doch immer das Gleiche 😉 

Ausserdem stand das EM Finale Spanien – Italien auf dem Programm, das wir uns in der „Bogota Beer Company“ angeschaut haben. Leckeres Bier und Spanien gewinnt – was will man mehr! 😉 Danach sind wir gleich zum nächsten Fussball-Spiel. Diesmal allerdings live: Der Verein Santa Fe aus Bogota spielte gegen Itaguei. Tolle Stimmung, riesen Fahnen, Luftballons,…hat sich gelohnt! Danach haben wir noch zum Rock en Parque geschaut – ein gratis Rockfestival, eines der größten in Südamerika. Die Musik war so…lala…aber das wirkliche Erlebnis waren die SicherheitskontrollEN. Bevor man aufs Festival-Gelände durfte, wurde man wirklich von oben bis unten durchsucht. Und zwar jedes Papierchen angeschaut, in jede mini-Tasche, Gürtel, Feuerzeug etc. durften sowieso nicht mit hinein,… Die längste, strengste Sicherheitskontrolle, die ich jemals erlebt habe! Und das „Lustige“: Ein paar Meter weiter gab es gleich noch eine davon, die genau gleich gründlich war….wahnsinn!!!! Die haben auf jeden Fall nach Drogen gesucht… Lustigerweise haben auf dem Festivalgelände dann alle paar Meter alle Gras geraucht. Wie die das reingeschmuggelt haben frag ich mich wirklich. Aber wie gesagt…ein einmaliges Erlebnis! 😉

Am letzten Tag in Bogota haben wir uns das Botero Museum und die Casa de la Moneda angeschaut. Also Botero-Fan werde ich wohl keiner und das Geldmuseum war irgendwie ähnlich wie das Goldmuseum…anfangs interessant, aber dann doch immer das selbe 😉 

Nachmittags sind wir noch auf den Monserrate (Stadtberg) hinauf – leider wird unter der Woche davon abgeraten, hinauf zu wandern (Sicherheit), weshalb wir den teuren Preis für die Seilbahn bezahlen mussten. Aber die Aussicht war wirklich genial und ich war dann doch froh, dass wir es gemacht haben! 

03.07.-06.07.2012 Salento

Nach Bogota sind wir über Armenia nach Salento weitergefahren. Obwohl wir ganz früh gestartet sind, sind wir erst abends in der Dunkelheit angekommen. Die Fahrt war aber teilweise total schön – endlich mal eine Landschaft in Kolumbien, die mich wirklich beeindruckt! Salento selbst – ich nehme es jetzt einfach vorweg – war der Höhepunkt meiner Kolumbien-Reise! Ein wunderschönes kleines Städtchen, tolle Landschaft, Kaffee-Fincas, und nicht zu vergessen das spektakuläre Valle de Cocora gleich in der Nähe… 🙂 An einem Tag sind wir zu einer dieser Fincas gewandert und haben uns eine interessante Führung angehört und danach leckeren Kaffee getrunken. 

Ausserdem gibt es über Salento einen tollen Aussichtspunkt, von dem aus man sowohl über die Stadt, als auch über die schöne Hügellandschaft einen Ausblick hat. Wunderwunderschön!!! 

Ein absolutes Muss in der Region ist das Valle de Cocora – ein Tal, in dem bis zu 60m hohe Wachspalmen wachsen. Es gibt dort eine nette Rundwanderung, die komplett ca 4-5 Stunden dauert. Sie führt über viele wackelige Brücken und teilweise ziemlich durch den Gatsch (hatte in der Nacht geregnet) zu einem kleinen Nationalpark, wo es von Kolibris nur so wimmelt 🙂 Danach kann man noch einen Berg raufgehen und eine Art Forststrasse zurück gehen – von wo aus man die tollsten Ausblicke über das gesamte Tal hatte!!! Einfach surreal schön… 

07.07.-08.07.2012 Popayan

Popayan habe ich nur als kleinen Zwischenstopp auf dem Weg Richtung Süden gesehen. Ich hatte wieder über Couchsurfing Gastgeber gefunden und – schon wieder – total Glück und sie waren supernett. Ich habe einen tollen Tag dort verbracht…Sightseeing im historischen Zentrum, Aussichtsberg, relaxen an einem Fluss, abendlicher Spieleabend,…und viele kolumbianische Snacks probiert. Ich hatte eine super Zeit in Popayan! 

09.07.-11.07.2012 Pasto

Pasto liegt kurz vor der Grenze zu Ecuador und bietet sich daher als letzter Stopp in Kolumbien an. Eigentlich wollte ich nur eine Nacht dort bleiben – nachdem ich aber so eine nette Einladung über Couchsurfing erhalten hatte, habe ich verlängert… und das war auch gut so. Während die Stadt im Vergleich zu allen Kolonialstädten vorher in Kolumbien nicht sooo viel her gibt, lohnt sich ein Ausflug zur Laguna de la Cocha schon eher. Das beste an Pasto waren jedoch wieder mal meine Gastgeber bzw. seine komplette Familie und Freunde – ich habe mich richtig Willkommen gefühlt und sie haben sich total Mühe gegeben z.B. extra für mich Pasta gekocht und mich in der Nacht herumkutschiert, sodass ich Pasto von verschiedenen Orten bei Nacht sehen konnte… 

Kolumbien: Neues Land, neues Abenteuer.

12.06.-13.06.2012 Cartagena

Nach einer sehr unruhigen Nacht – hatte Angst, zu verschlafen – ging es um 4.30 Uhr in der Frueh zum Flughafen. Wie schon erwaehnt wure ich zuerst fast nicht an Board gelassen, da ich kein Ausreiseticket aus Kolumbien hatte. Ich hab dann ein bisschen herumgelabert, dass ich versucht habt, ein Busticket online zu kaufen, aber das nicht ging…hab ihnen meine Reiseplaene erzaehlt…hab einfach meine Klappe nicht gehalten – bis sie so genervt von mir waren (?), dass sie mich fliegen liessen. Ausgenommen davon kann ich COPA auf jeden Fall empfehlen, ich hatte 2 sehr angenehme Fluege. In Cartagena angekommen hab ich mir gleich ein Paerchen gesucht, um das Taxi zu teilen (zahl mich doch nicht allein dumm und daemlich :p) – am Ende haben sie mich dann eingeladen… 🙂 Dann war zuerst mal alles eher besch…eiden: Komische Zimmerkollegen und beim ersten Rundgang gleich mal verlaufen und gar nicht wohlgefuehlt. Doch alles entwickelte sich sehr positiv: In der Kueche lernte ich Joanna (USA) kennen, mit der ich mich sofort super verstand. Wir haben dann gleich beschlossen, die ersten Tage zusammen zu reisen. Ausserdem brachte der Abend noch eine nicht so tolle Ueberraschung: Ein anderer Backpacker kippte in der Kueche auf einmal um und war kurz bewusstlos. Dann schien alles in Ordnung zu sein, bevor er ein paar Minuten spaeter in eine krampfartige Starre verfiel – meine erste Erste Hilfe-Erfahrung, keine schoene…

Fuer den naechsten Tag hatte ich zusammen mit Joanna und einem Norweger eine Tour zum Volcan El Lodo De Totumo gebucht. Wieder einmal hatte ich vergessen, wie sehr ich organisierte Touren verabscheue 😉 Die Hinfahrt dauerte ewigst, da wir zig andere Touristen bei ihren Hotels einsammelten. Danach war noch ein Streik in einem Dorf, sodass die Strasse blockiert war. Das war aber eher interessant, als nervig 😉 und wir sind den Streik umgangen und dann in einen Truck umgestiegen. Der Vulkan……..also, als ich ihn zum ersten Mal erblickte, hab ich einen Lachkrampf bekommen und mich ueber meine eigene „Dummheit“ gewundert: Der Vulkan war gar kein Vulkan, sondern so ein aufgeschuetteter Huegel. Es waren keine interessanten, blubbernden Schlammloecher, sondern ein angelegtes Becken (ja, ein einziges), in dem die Touris fast aufeinander sassen… nach der ersten Enttaeuschung war es dann aber unglaublich lustig!! Wir hatten so viel Spass im Schlamm, haben uns von oben bis unten „eingeschlammt“ und versucht, forwaerts zu kommen – normal schwimmen geht in der Sauce irgendwie nicht…hihi. Nach dem Schlammbad ging’s zum Abwaschen in die Lagune (die war wenigstens natuerlich!) darunter, was auch nach mal eine Gaudi war 🙂 Insgesamt hat sich der „Vulkan“ also schon gelohnt.

Am Nachmittag haben wir dann noch die Altstadt angeschaut. Ich muss sagen, dass mir Cartagena leider nicht so gut gefallen hat, wie erwartet. Die Altstadt ist zwar schoen restauriert und die Haeuser im Kolonialstil wirklich toll anzuschauen. ABER die Grenze zwischen Altstadt und der „wirklichen“ Stadt ist einfach so unnatuerlich. Auf mich wirkte die Altstadt mit ihren Gourmet-Restaurants, blitzsauberen Strassen und Designershops einfach sehr sehr aufgesetzt kuenstlich. Das eigentliche kolumbianische Leben spielt sich definitiv nicht hier ab – es ist mehr wie der Besuch in einem Museum. Naja, meines war es halt einfach nicht, daher ging es am naechsten Tag weiter…

14.06.-15.06.2012 Mompox

„Eine kleine koloniale Stadt, abgeschnitten von der Aussenwelt, nur umstaendlich zu erreichen…“ – das klang nach dem richtigen Abenteuer fuer Joanna und mich. Und ein Abenteuer war die An- und Abreise definitiv auch. Leider mit ein paar unangenehmen Seiten, wo wir mehrfach so richtig abgezockt wurden bei den Bus- und Taxipreisen. Vor allem die Abreise gestaltete sich schwierig. Niemand hatte richtige Informationen bzw. jeder erzaehlte etwas anderes und alle waren wohl nur daran interessiert, uns Geld aus der Tasche zu ziehen. Im Nachhinein wissen wir jetzt, dass Mompox am einfachsten UND guenstigsten ueber die „Tuer zu Tuer-Variante“ zu erreichen ist. 2 Transportwege fanden wir allerdings wunderschoen: Die Bootsfahrt von Magangue nach Bodega und die Mototaxi-Fahrt von Bodega nach Mompox (vor allem diese – wunderwunderschoene Landschaft!!!). Mompox selbst ist ein verschlafenes Nest – und absolut einen Besuch wert. Uns hat es dort sehr gut gefallen und es war der perfekte Ort, dem Trubel von Cartagena zu entkommen. Die Leute waren alle viel freundlicher, das Hostel Casa Amarilla ein total gemuetlicher Ort. Wir sind einfach durch die Strassen geschlendert und haben die Atmosphaere genossen. Schoen ist der oertliche Friedhof, den wir uns mangels  anderer Sehenswuerdigkeiten natuerlich angeschaut haben. Am Abend haben wir dann eine der schoensten Gewitter-/Sonnenunergangsstimmungen aller Zeiten gesehen – WOW!

16.06.-22.06.2012 Santa Marta / Taganga / Tayrona Nationalpark

Wie bereits erwaehnt war die Andreise nach Taganga hoellisch… Wir wurden soooo abgezockt und konnten uns nicht mal wehren, weil wir sonst in der Pampa gestanden waeren. Wir waren jedenfalls SEHR froh, als wir endlich ein total nettes Hostel (Moramar) in Taganga gefunden hatten. Wir sind die Tage immer ein bisschen zwischen Taganga und Santa Marta gependelt, da Taganga quasi eine „Sackgasse“ ist und man mit dem Bus immer nach Santa Marta muss. Und weil ich riesen Pech mit meiner Kreditkarte hatte bzw. mit beiden meinen Karten… Alle anderen konnten am (einzigen!) ATM in Taganga abheben, nur bei mir hat der Automat selbst mit 2 komplett verschiedenen Karten von verschiedenen Banken nicht funktioniert. Bis heute ein ungeloestes Raetsel, weil es absolut KEINEN Zusammenhang gab. In Santa Marta ging’s jedenfalls und mir sind vor Erleichterung erst mal die Traenen runter gelaufen!! 🙂 Taganga habe ich als nicht besonders lohnenswert empfunden. So touristisch ueberlaufen, wie aus dem Lonely Planet hervorgeht ist es allerdings auch nicht. Die Lage ist ganz nett, es ist weniger stressig als Santa Marta…aber der Strand ist total dreckig und zu sehen gibt es auch nichts. Tauchen bin ich nicht gegangen, da die Unterwasserwelt hier wohl zu 99% gleich aussieht, wie auf Utila 😉 Die Gegend um Santa Marta zahlt sich eigentlich nur wegen 2 Orten aus: Tayrona Nationalpark und Ciudad Perdida. Letztere ist momentan nur ueber eine Tour um 600.000 Pesos (fast 300 Euro!!!!!) fuer ein 5-6 Tages-Trekking erreichbar. Ich war wieder mal entsetzt ueber die hohen kolumbianischen Preise und hab’s aus meiner Planung gestrichen.

Den Tayrona Nationalpark haben wir uns aber angeschaut – und der ist den Eintritt wirklich wert!! 🙂 Wunderschoene Straende mit Felsen, die mich ein bisschen an Koh Tao erinnert haben… Geschlafen habe ich zum ersten Mal in einer Haengematte – und ich werde definitiv kein Fan davon werden 😉 Das Camp in Cabo San Juan ist das guenstigste (trotzdem teuer fuer die Leistung), allerdings wurden die Haengematten wohl noch nie gewaschen… (?) und mir war in der Nacht ziemlich kalt. Die Festival-Atmosphaere (LP-Zitat) haben wir hier wirklich nicht gefunden – es war eigentlich ziemlich ruhig und die Besucher waren vorwiegend Kolumbianer. Fuer unseren Rueckweg haben wir uns fuer die Wanderung ueber Pueblito entschieden – anstrengend, aber durchaus schoen und lohnenswert. Pueblito sind alte Ruinen, viel kleiner als Ciudad Perdida, aber ganz nett. Wir wollten dann von dort auf die Hauptstrasse runter…doch das Gelaende war so weitlaeufig und keine Beschilderung…dass wir den falschen Weg gewaehlt haben und wieder in Cabo gelandet sind 😦 Scheinbar gibt es 2 Wege von/nach Cabo, also sollte man sich wirklich sicher sein, wo lang bzw. versuchen, jemanden zu fragen (bei uns war leider kein Einheimischer in Sicht). So haben wir insgesamt fast 6 Stunden Trekking gemacht – in Flip Flops, mit wenig Wasser und ohne Essen…puhhh…waren wir kaputt, als wir endlich wieder in Taganga waren!!

23.06.2012 Bucaramanga / Giron

Da ich eine nette Couchsurfing-Einladung aus dem kleinen Dorf Giron bekommen hatte, habe ich mich dazu entschieden, dort vor San Gil noch einen Stopp einzulegen – eine super Idee! Mein Gastgeber Alexander und seine Mutter haben sich total lieb um mich gekuemmert, mich vom Bus abgeholt bzw. wieder hingebracht, mir (viel zu viel) Essen angeboten, Alexander hat mich in Giron und Bucaramanga herumgefuehrt und mich zur guenstigsten Paragliding-Schule gebracht. Dort bin ich dann zum ersten Mal in meinem Leben „ge-paragleitet“ und es war echt echt toll!!! Habe zwar nur 15min gemacht, was aber total ausreichend ist. Laenger wuerde mir fast langweilig werden 😉 …und das Beste: Ich habe dafuer nicht mal 25 Euro bezahlt – yesssss!

24.06.-26.06.2012 San Gil / Barichara

Auch in San Gil habe ich wieder ge-couchsurft. Meine Gastgeber Lorena und Helmer waren mindestens genauso toll, wie Alexander! Ich habe mich in ihrer kleinen Wohnung wie zu Hause gefuehlt und sie haben mir geholfen, wo es nur ging. San Gil selbst hat mir auch soooo gut gefallen. Die erste richtige Stadt in Kolumbien, die mich begeistert hat! 🙂 Nicht zu gross, nicht zu klein, nette Restaurants, nicht zu teuer, viel Gruen und Huegel rundherum etc.

Einen Tag bin ich nach Barichara gefahren, was ein schoenes kleines Dorf im Kolonialstil ist. Eigentlich wollte ich von dort den Wanderweg nach Guane gehen, bin aber nach ca 30 Min umgedreht, weil es mir einfach zu heiss war! Barichara selbst hat mir echt gut gefallen – bevor ich es beschreibe, lieber ein Foto: 

Eigentlich wollte ich in San Gil unbedingt Rafting machen. Scheinbar sind momentan aber zu wenige Touristen vor Ort, sodass keine Gruppe zu Stande kam (hab in mehreren Hostels und Agenturen gefragt, aber die arbeiten eh alle zusammen). Schade!

Dafuer hatte ich allerdings eines der tollsten Erlebnisse in Kolumbien: Lorena und Helmer sind beide Englischlehrer und haben mich einen Vormittag mit in ihre Klassen genommen! Das waren ca 30 Jugendliche zwischen 14-16 Jahren, die mich dann mit Fragen bombardieren durften. Eigentlich war es geplant auf Englisch, aber da deren Englisch noch so schlecht war, war dann alles komplett auf Spanisch 😀 Gutes Training fuer mich!! Und die waren so begeistert und fasziniert von mir, jeder wollte alles moegliche wissen und Fotos mit mir machen etc. War eine schoene und lustige Erfahrung! 

Ausserdem habe ich mir noch den Parque Gallineral angeschaut, der zwar recht schoen und ruhig ist – aber kein absolutes Muss. Hab dort ein bisschen relaxt und gelesen, bevor mich Helmer am letzten Abend mit leckeren Patacones bekocht hat – hmmmmmm…. 🙂 

27.06.-28.06.2012 Villa de Leiva

Villa de Leiva ist eine weitere kleine Kolonialstadt – mit einer wunderschoenen Lage. Allerdings: Nach Mompox, Giron und Barichara habe ich langsam genug von suessen kleinen Kolonialstaedten. Irgendwie sehen dann doch alle gleich aus und wirklich viel zu sehen (bis auf „durch die Strassen schlendern“) ist dann nicht. Ueberall habe ich (fast) keine anderen Touristen getroffen – und wenn, dann vorwiegend aeltere kolumbianische Paare. In Villa de Leiva habe ich auch nicht viel anderes gemacht…durch die Strassen geschlendert und die ruhige Atmosphaere zwar genossen, mich allerdings auch ein bissl einsam gefuehlt. Insgesamt haben mir von den Kolonialstaedten Mompox und Barichara am besten gefallen. Mompox wegen der schoenen Lage am Fluss und der abenteuerlichen Mototaxi-Fahrt. Die Umgebung dort ist wirklich toll. Barichara liegt ebenso wunderschoen und man sieht die Auslaeufer vo, Chicamoa Canyon (glaub ich jedenfalls). Giron und Villa de Leiva haben mich nicht so vom Hocker gerissen 😉