Archiv der Kategorie: Guatemala

Ein Monat in Guatemala

Leute: In Guatemala haben wir zum ersten Mal „richtige Backpacker“ getroffen bzw. fast ausschliesslich  Leute, die auch zumindest ein paar Monate am Stueck unterwegs sind und entweder von Mexiko bis Panama oder umgekehrt reisen. Seltener auch welche, die die komplette Route bis Buenos Aires vorhaben. Auffallend war, dass fast alle Backpacker entweder aus den USA, Kanada oder Australien kamen. Andere Europaeer waren eine Seltenheit – liegt wohl an der kuerzeren Flugdistanz bzw. den guenstigeren Fluegen… Die Guatemalteken haben wir als sehr freundliches und hilfsbereites Volk erelbt. Oft waren sie anfangs ziemlich schuechtern, sodass man den ersten Schritt schon selbst gehen musste, sie anzusprechen. Danach ergaben sich aber oft interessante Gespraeche – Spanischkenntnisse vorausgesetzt!

Essen: In Guatemala hat sich das „Teigfladen-Essen“ von Mexiko fortgesetzt. Ob jetzt eher knusprige Chips-artige Varianten oder gerollte Quesadillas… Die Fuellungen variierten etwas, die Groesse und Knusprigkeit der Fladen auch. Aber das war’s dann auch schon an Abwechslung – wobei mich das nicht gestoert hat. Was ich irgendwann absolut nicht mehr sehen konnte, waren die Tortillas aus Maismehl, die es immer zum Fruehstueck und auch sonst sehr oft als Beilage gab. Selbst den Geruch habe ich am Ende fast nicht mehr ausgehalten. 😉 Auch wenn das Essen sehr billig war, haben wir irgendwann angefangen immer selbst zu kochen, wenn moeglich. Das ist naemlich NOCH billiger und wir konnten so auch mal wieder europaeisches Essen essen, was im Restaurant eher teuer ist.

Wetter: Nachdem wir ein komplettes Monat in Guatemala verbracht haben, haben wir alles moegliche an Wetter erlebt. Von gluehender Hitze in Flores ueber Regen und Schlammschlachten in Poptun, echt kalte Bergregionen, Nebel, Wetter das an den oesterreichischen Herbst erinnert etc. etc. Insgesamt haette ich mir in Guatemala mehr warme Kleidung gewuenscht, weil wir doch sehr viel Zeit in hoeheren Regionen verbracht haben.

Kosten: Leider habe ich in Guatemala keine regelmaessige Liste gefuehrt – es war aber auf jeden Fall bisher das billigste Land auf meiner Reise. Hostelzimmer im Dorm waren fuer 2-4 Euro zu haben, Essen ab 50 Cent fuer einen fuellenden Snack auf der Strasse. Ich schaetze die Tageskosten also insgesamt bei ca. 18-20 Euro ein.

Unterkuenfte: Wir haben fast ausschliesslich in Dorms in Hostels uebernachtet. Mal war das Preis-Leistungsverhaeltnis besser, mal schlechter. Insgesamt war ich aber von der Qualitaet sehr ueberrascht – es war z.B. fast immer Klopapier vorhanden, oft auch Seife, Handtuecher und Bettlaken. Ein richtig ekliges Hostel haben wir nie erwischt.

Infrastruktur: Wir haben uns nur mit Colectivos und Chicken Busses fortbewegt. Colectivos sind (meistens) weisse Minibusse, die eigentlich fuer 10-12 Leute gemacht sind – die aber randvoll gefuellt werden. Oft haben wir ueber 30 Leute gezaehlt!! Das Gepaeck kommt aufs Dach, das zum Glueck meistens eine Regenplane hat. Die Fahrt kann sehr ungemuetlich werden, da man komplett eingezwaengt sitzt, vorne die vordere Sitzbank auf die Schienbeine drueckt, am Hintern die Federn vom Sitz und rechts/links der Sitznachbar oder die Buswand. Wenn man dann aufs WC muss und 3 Stunden holpernde Strasse bevorstehen…wird es „interessant“ 😉 Chicken Busse sind alte, ausrangierte Schulbusse aus den USA, die komplett bunt bemalt sind, hinten schwarzen Rauch ausstossen (das kann nicht mehr als „Fein“staub bezeichnet werden!), ausschauen als wuerden sie gleich auseinander fallen – und trotzdem wie die Irren dahin duesen. Die Sitzbaenke sind zwar fuer 2 (schmale) Leute gemacht, werden aber prinzipiell mit 3 Passagieren befuellt. Auch der Gang ist meistens so voll, dass das Aussteigen zu einer Challenge wird. Und bei jedem Stopp kommt noch eine Ladung mehr dazu… Das klingt jetzt alles nicht so toll, aber wir haben es als Abenteuer gesehen und meistens genossen. Ausserdem war es eine sehr sehr guenstige Moeglichkeit, von A nach B zu kommen, wodurch wir viel Geld gespart haben. Unsicher habe ich mich weder in den Bussen noch um die Busbahnhoefe jemals gefuehlt – auch wenn ich alles natuerlich sehr genau im Auge hatte.

Krankheiten: Ein paar Mal ein bissl verkuehlt, ein paar Mal leichte Magenprobleme…aber das war’s auch schon! 🙂 Zecken und Hundebiss habe ich gut ueberstanden 🙂

Persoenliches TOP: Schwer zu sagen! Als Stadt hat mir Nebaj am besten gefallen, ansonsten alle 3 Trekkingtouren (Nebaj-Akul, Lago Trek, Tajumulco) – Guatemala ist einfach ein Traum zum Trekken! 🙂

Persoenliches FLOP: Livingston. Einfach nur dreckig und nicht mal die hochgepriesene Bootsfahrt dorthin hat mich sonderlich beeindruckt!

Und hier geht es zu den hunderten Fotos von Guatemala…

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Abenteuer Guatemala – Teil 2

03.02.-04.02.2012 Nebaj

Nach einer lagen, langen Minibus (colectivo)-Fahrt sind wir am 03.02. in Nebaj in den Bergen von Guatemala angekommen. Die Fahrt war ein Abenteuer fuer sich: 4mal umsteigen, eine der wildesten Strassen, die ich jemals gesehen habe (Ersatz fuer die normale Strasse, die seit einem Erdrutsch vor einigen JAHREN unpassierbar ist), die vollsten Busse allerzeiten. Ich bin noch nie so laneg so unbequem gesessen – wenn man das sitzen nennen kann 😉 In Nebaj haben wir uns dafuer gleich wohl gefuehlt. Eine suesse kleine Stadt mitten in den Bergen – wenn auch sehr sehr kuehl aufgrund der hohen Lage. Unser Plan war eigentlich eine 5-taegige Trekkingtour nach Todos Santos zu machen. Allerdings war uns das Wetter zu unsicher (am ersten Tag hat es nur geschuettet), sodass wir stattdessen nur eine Tour ins Nachbardorf Akumal gebucht haben. Die Tour entpuppte sich als lockerer Spaziergang von nur ca 2 Stunden, aber es war trotzdem wunderschoen: Strahlend blauer Himmel, tolles Panorama, ein bisschen wie ein lauer Herbsttag in Oesterreich… …und einen netten guatemaltekischen Guide, der aus Akumal kommt und bei dessen Familie wir ein sehr traditionelles Essen genossen haben. Glueck hatte dich dafuer am Anfang des Treks als auf einmal eier der Hunde, die uns nachliefen auf mich zustuermte und mich am Knoechel biss. Glueck deshalb, weil er nur meinen Schuh erwischte und nicht mich direkt…

05.02.2012 Chichicastenango

Leider haben wir Nebaj irgendwie zu schnell verlassen – aber das basierte auf dem grausigen Wetteram ersten Tag. Und darauf, dass am Sonntag Markttag in Chichicastenango ist – den wollten wir uns nicht entgehen lassen. Chichi selbst hat uns nicht so sehr gefallen – chaotische eher unattraktive Stadt. Der Markt ist natuerlich zum Grossteil sehr auf Touristen ausgerichtet, aber das war uns ja klar und wir wollte ja auch einige Souvenirs kaufen. Insgesamt hat es schon echt Spass gemacht, durch die Staende zu schlendern, die bunten Stoffe zu bestaunen und mit den Haendlern zu verhandeln. 🙂 Und natuerlich habe ich einiges Geld ausgegeben, aber auch ein paar sehr schoene Souvenirs gekauft! Shopping macht muede und laenger als einen halben Tag bringt der Markt eigentlich auch nix. Deshalb ging es dann sofort mittags weiter nach Xela, unserem naechsten Stopp.

06.02.-12.02.2012 Quetzaltenango (Xela) und Umgebung

In Xela und Umgebung haben wir uns laenger aufgehalen als geplant! Das liegt vor allem am tollen Trekkingangebot der Quetzaltrekkers. Die QT sind eine gemeinnuetzige Organisation, die Trekkingtouren in der Umgebung von Xela anbietet. Die Guides sind Freiwillige und die kompletten Einnahmen kommen Schulen zugute. Xela selbst ist eine nette Stadt, aber hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen. Die Trekkingtouren dafuer umso mehr! 🙂

Als erste Tour haben wir den 3-Tages-Trek von Xela zum Lago Atitlan gebucht. Die Wanderung war ein echtes Erlebnis!! Verschiedenste Landschaften, tolle Ausblicke, eine einmalige Gruppe aus verschiedensten Laendern,… Wir hatten viel Gepaeck und es war wirklich anstrengend, den schweren Rucksack mit Wasser, Essen, Schlafsack, Isomatte etc. so lange zu tragen – bergauf, in der Hitze,… Aber es hat sich sooooo ausgezahlt!!! Geschlafen haben wir am ersten Tag in einem halb verlassenen Geisterdorf in einer leeren Gemeindehalle am Fussboden. Das klingt jetzt unbequemer als es eigenltich war – und wenn man so kaputt ist, kann man sowieso ueberall schlafen… 😉 Das tolle war, dass jemand im Dorf eine Sauna besitzt (ok, Sauna ist ein bissl uebertrieben – es war mehr so wie ein Backofen in den man sich zu 3. reinquetschen konnte) und wir diese benuetzen durften! Das tat so gut, nach dem ersten langen Tag und der ganze Dreck wurde so richtig schoen rausgeschwitzt 😉 Gegessen haben wir in den Tagen sehr sehr lecker und reichlich – immer wieder wurden Snack-Pausen gemacht, wo es Studentenfutter, Chips oder Aehnliches gab. Mittags wurde gejausnet: Salat, Guacamole, Chips, Brot, verschiedene Aufstriche,…ich habe noch nie in den Bergen so gut gegessen! Der zweite Tag war natuerlich noch anstrengender, man hat die Muskeln schon gespuert, ich hatte eine Scheuerstelle am Ruecken vom Rucksack und es ging nochmal richtig steil rauf. Nachmittags hatten wir einige Flussueberquerungen dabei, die eine willkommene Abkuehlung waren. Beendet haben wir den Tag in einem kleinen Dorf, wo wir bei einem Freund der QT in einem leeren Wohnraum uebernachten durften. Davor jedoch gab es als Willkommensueberraschung fuer jeden einen leckeren Fruchtshake, ein grosses Abendessen und ein voooooooll gemuetliches Lagerfeuer wo wir Marshmallows bis zum Umfallen gegrillt haben! Lecker!!! 🙂 Am letzten Tag war schon um 3.45 Uhr Tagwache, da wir den Sonnenaufgang von einem Mirador ueber dem Lago Atitlan aus sehen wollten. Wir kamen dort an als es noch komplett dunkel war und haben so alle Stimmungen mitbekommen – es war einfach grandios!! Den dunklen See zu unseren Fuessen, die Lichter der kleinen Doerfer am See, die dunklen Vulkane, die den See umrunden – und in der Ferne der aktive Vulkan Fuego, der immer wieder ein bisschen Lava spukte, die dann orange im Dunklen leuchtete. TOLL! Als dann schoen langsam die Sonne raus kam, haben wir tausende Fotos geschossen und einfach nur mehr gestaunt – einer der tollsten Sonnenaufgaenge, die ich jemals erlebt habe! Worte koennen das gar nicht wirklich beschreiben… Der Abstieg war dann eine lockere Angelegenheit und nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen hiess es leider Abschied nehmen von der netten Gruppe. Die meisten blieben am Lago, waehrend wir zurueck nach Xela fuhren um nach einem Tag Pause den naechsten Trek zu machen…

…der uns auf den Vulkan Tajumulco fuehren sollte, der mit 4.220m der hoechste Berg in Zentralamerika ist. Leider ist Simon davor krank geworden, sodass ich den Trek allein starten musste. Und dieser Trek war zwar nur 2 Tage lang, aber VIEL anspruchsvoller, als der Lago Trek. Im Nachhinein bin ich echt froh, dass ich den Lago Trek vorher gemacht habe, um so ein bissl ins lange wandern reinzukommen. Fuer den Tajumulco hatten wir naemlich nochmal viel viel mehr Gepaeck – v.a. Wasser, da es dort keine Quellen oder Aehnliches gibt. Ausserdem mussten wir natuerlich noch Zelte mitschleppen, da das Nachtlager diesmal draussen sein sollte. Am ersten Tag ging es bis zum Lagerplatz auf ca. 4.000m Hoehe und jeder einzelne Schritt war ein Kampf, eine Qual, eine Herausforderung, ein Erfolg. Die duenne Luft raubt dir die letzte Kraft und der schwere Rucksack noch dazu…zwischendurch habe ich oft gezweifelt, ob ich es wirklich hinauf schaffe! Im Lager angekommen war es eiseiskalt, auf einmal waren wir von Wolken umringt und es hat leicht geschneit / genieselt. Brrrrr!!! Ich hatte meine waermsten Klamotten an und echt einige Schichten davon UND eine ausgeborgte Daunenjacke – und trotzdem habe ich gefroren Ende nie. Ausserdem hatten wir alle etwas schlechte Laune, weil wir eigentlich auf einen schoenen Sonnenuntergang am Cerro de Concepcion (kleinerer Nachbargipfel) gehofft hatten. Trotz miesem Wetter sind wir dann auf den Cerro de Concepcion rauf – und hatte riesen Glueck!!! Was wir dort sahen uebertraf ALLE unsere Erwartungen! Das unglaublichste Wolkenschauspiel, das ich jemals erlebt habe! Auf ca. 3.500m (?) war eine dichte, tiefere Wolkendecke, die untergehende Sonne aber darueber. Die Sonne war jedoch von Nebelschwaden verdeckt, die rasend schnell vorbei zogen – wie im Zeitraffer aufgenommen!! In diesen Nebelschwaden gab es immer wieder kleine Loecher, die den Blick auf Sonne, geniale Wolkendecke, hoehere Berge und blauen Himmel freigab. Einfach ein Traum. Am Ende riss es dann aber immer mehr auf, sodass die Farbkombinatinoen aus untergehender Sonne, verschiedenen Wolken und Bergen, Schatten,… einfach unglaublich wurden! 🙂 Unbeschreiblich schoen… Im Lager gabe es Heissgetraenke, Abendessen und ein Lagerfeuer – aber wir waren so kaputt, dass wir ca. um 8 Uhr alle im Bett lagen. Im Zelt war es zu 5. wirklich eng, und trotzdem eiskalt. Viel geschlafen habe ich daher nicht und war eigentlich froh, als um 3.45 Uhr wieder Tagwache war, um den Tajumulco zu besteigen und den Sonnenaufgang dort zu bebachten. Der Aufstieg war leichter, da wir das Gepaeck im Lager lassen konnten. Schlafsack und Isomatte hatten wir zum Glueck alle mit – oben pfiff naemlich der eisigste Wind, den ich je erlebt habe. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so gefroren zu haben, die Traenen sind einem vom eisigen Wind richtig uebers Gesicht gelaufen und ich wusste nicht mehr, wie ich meine schmerzenden Haende und Fuesse irgendwie warm kriegen koennte. So war es ein bitteres Warten auf den Sonnenaufgang und somit etwas mehr Waerme… Der Sonnenaufgang war auch wirklcih schoen und einmalig. Jedoch konnte ich es wirklich nicht so geniessen, da mir einfach ZU kalt war. Nach einem Fruehstueck im Lager ging es an den Abstieg, der locker war und waehredn dem man sich endlich mal wieder unterhalten konnte. Ausserdem hatten wir wieder echt Glueck mit dem Wetter, sodass die Aussicht in alle Richtungen einfach nur HAMMER war!!! Unten angekommen assen wir dann noch in einem Restaurant recht lecker Mittag und machten uns dann auf zur langen Busfahrt zurueck nach Xela. Ein Bus war IRRE und ich hab mir nur gedacht „wenn ich das ueberlebe, dann ueberlebe ich ALLE“ – naja ich lebe ja zum glueck noch 😉 In Xela sind wir vom Terminal zu den QT noch 30min zu Fuss gegangen, was dann auch schon egal war. Total kaputt angekommen, ins Bett gefallen, Ende! 😉

13.02.-15.02.2012 Lago de Atitlan

Am Lago Atitlan haben wir weniger Zeit verbracht, als gedacht. Zum einen, weil wir usnere Zeit in Guatemala schoen langsam zu einem Ende bringen wollten, zum anderen weil es dort eigentlich nicht sooo viel zu tun gibt. Der See ist wunderschoen, aber die tollste Aussicht davon hatten wir wohl schon beim Lago Trek. Daher waren wir jetzt auch nicht soo motiviert, nochmal wandern zu gehen. Untergekommen sind wir im Dorf Santa Cruz in einem Hostel mit halboffenem Schlafsaal – La Iguana Perdida. Schoene Lage, aber sehr abgeschieden und daher eher teuer. Ich habe dort meinen Altitude Specialist gemacht (Tauchen) und Simon war Paragliden. Das Tauchen im See war eine interessante Erfahrung, aber eher langweilig, weil man nicht besonders viel sieht und die Sichtweite auch nicht besonders hoch ist. Einen halben Tag haben wir noch in Panajachel verbracht, das sehr touristisch ist – aber eigentlich sonst ganz ok. Danach ging es zu unserem letzten Stopp in Guatemala…

16.02.-18.02.2012 Antigua

In Antigua haben wir eher relaxte Tage verbracht. Es ist ein nettes kleines Staedtchen, mit ein paar schoenen Bauten und bunten Haeusern. Insgesamt war ich aber eher enttaeuscht, da ich mir mehr Sightseeing erwartet hatte. Aber soo besonders viel ist da gar nicht, wenn man mal alle Kirchen durch hat. Und die Eintrittspreise waren dann doch ziemlich hoch! Was in Antigua super war, war, dass wir zum ersten Mal in Zentralamerika Couchsurfing probiert haben. Geschlafen haben wir zwar ziemlich unbequem am Boden, aber dafuer hatten wir eine sehr lustige Zeit mit unseren Gastgebern, die uns die Stadt und auch das Nachtleben ein bisschen gezeigt haben. Ausserdem hatten wir ein ziemlich eindrueckliches Post-Erlebnis, als wir ein Packerl nach Hause schicken wollten. Es hat sage und schreibe 2 Stunden gedauert, bis das Paket absendefertig war!!! Super umstaendliche Formulare, Fotos vom Inhalt, Erklaerungen unterschreiben etc. Und billig war’s auch nicht!! Nach einer letzten Partynacht mit unseren Hosts sind wir dann recht verkatert am naechsten Tag weiter, mit dem Ziel, die Grenze nach Honduras zu ueberqueren…

Guatemala hat mich sehr sehr positiv ueberrascht und das Monat dort war auf keinen Fall zu lange – es gaebe noch viel mehr zu sehen…mehr dann in meinem Summary in Kuerze! 🙂

Abenteuer Guatemala – Teil 1

„Wenn Belize noch zu Guatemala gehoeren wuerde, waere Guatemala landschaftlich DAS perfekte Land.“ (ich zitiere mich hiermit selbst)

Fast ein Monat haben wir jetzt in Guatemala verbracht – und dabei unendlich viel erlebt! Ich denke, mit einzelnen Daten wird das langsam zu muehsam, daher fasse ich ab jetzt immer Orte zusammen…

22.01.2012 Grenzueberquerung Belize – Guatemala

Um euch mal einen Einblick in das Reisen eines low-budget Backpackers zu geben – hier die Beschreibung unserer Fahrt von San Ignacio (Belize) nach Flores (Guatemala): Wir nehmen den ersten Local Bus von San Ignacio nach Benque Viejo del Carmen (und treffen dabei einen 60-jaehrigen Italiener wieder, den wir in Bacalar, Mexiko, kennengelernt hatten). Von Benque an die Grenze gibt es keine Busse, sondern nur Taxis. Es sind ca. 3,5km – die Taxler wollen vollkommen ueberteuerte 5 USD dafuer. Nicht mit uns – wir gehen lieber zu Fuss, auch wenns bergauf/bergab geht und ich insgesamt mit 22kg bepackt bin. Zum Glueck brennt die Sonne noch nicht so, sodass ich es irgendwie grad halt durchstehe 😉 Nach der Grenze gehen von Melchor de Mencos Colectivos (Minibusse) nach Flores. Der Preis betraegt einheitlich (auch fuer Locals!) 6 USD, was wir aber erst danach erfahren. Nachdem wir vorher ueber 4 USD informiert wurden, verhandle ich so lange in einem Spanisch-Englisch-Mischmasch, bis wir nur 5 USD zahlen muessen. 🙂 Die Fahrt geht abwechselnd ueber total neue asphaltierte Strassen und schlimme Schotterpisten. Ziemlich bumpy, aber dafuer waren wir von den vielen gruenen Huegeln gleich mal angetan und beeindruckt! Der Bus ging jedoch nur bis Santa Elena, dem Nachbarort von Flores. Da wir uns wieder kein Tuktuk leisten wollten (haette 1 Euro gekostet), hiess es wieder Rucksack aufschnallen und diesmal ca. 2km laufen – dafuer in PRALLER Sonne. Als wir dann endlich im Hostel waren, haette ich wohl jedes Bett genommen – noch lieber aber eines um 30Q (= 3 Euro). Nachdem wir Hunger hatten, machten wir uns auf Essenssuche und fanden Staende, die Burritos um 5-7Q verkauften – nicht sooo lecker, aber um den Preis darf man nicht jammern 😉

23.01.-24.01. Flores, Guatemala

Am ersten Tag in Flores haben wir uns 2 Sachen vorgenommen: 1) die Grutas (Hoehlen) Aktun-kan anschauen und 2) ein Handy besorgen. Beides war ein Abenteuer fuer sich! Zuerst sind wir zu Fuss zu den Hoehlen, was wieder 3-4km Fussmarsch hiess. Wir waren die einzigen Touris. Wir kommen an und es stehen zwei Militaer-Wagen mit voller Mannschaft davor. War uns zuerst ein bissl unheimlich, v.a. weil alle bewaffnet waren, aber sind dann einfach vorbei und haben die Hoehle besichtigt… Und die war der HAMMER!! Der Aufseher hat uns nur kurz den Eingang gezeigt und dann waren wir uns selbst ueberlassen. Keine Wege, kein Licht, keine Hinweisschilder…ausser Schildern, die bestimmte Steinformationen als „Elefantenfuss“, „Himmelspforte“, „Totenkopf“ oder aehnliches beschrieben… 😉 Die Hoehle war voll mit hunderten glitzernden Stalaktiten und Stalakmiten in allen moeglichen Groessen – einfach nur Wahnsinn!! Wir sind ca. 40min darin herumgewandert, was richtig richtig toll war – aber mir irgendwann auch ein bissl unheimlich, weil ich Angst hatte, dass wir den Ausgang nicht mehr finden (viele Abzweigungen). Auf dem Rueckweg haben wir uns dann lange zu einem Handyshop durchgefragt und es endlich geschafft, ein Handy zu bekommen – inkl. 100 Q Guthaben, inkl. Freischaltung 190Q – yesss! 🙂

Fuer den naechsten Tag hatten wir eines der Highlights geplant – den Besuch von Tikal! Den Ausflug haben wir zusammen mit Toni, Mirco und Knud unternommen – und in so einer Gruppe wars gleich viel lustiger 🙂 Um 5 Uhr hat uns unser Pick-up mit einer halben Stunde Verspaetung (guatemaltekische Zeitrechnung) abgeholt – bis wir dann am Gelaende waren war es mit Fahrzeit und ein paar Verzoegerungen 7 Uhr. Wir sind dann ganze 6 Stunden am weitlaeufigen Gelaende herum gewandert und haben uns (bis auf vielleicht 1-2 Ruinen) wirklich alles angeschaut. War ziemlich anstrengend, aber sehr sehr genial!! So viele alte Ruinen, quer ueber den Dschungel verteilt, unterschiedlich gut erhalten,…auf einige konnte man sogar rauf und die tolle Aussicht geniessen: Dschungel bis zum Horizont!! 🙂

Und in diesem Dschungel leben natuerlich auch Tiere… ein paar davon haben wir auch zu Gesicht bekommen: einen Specht, ein paar kleinere Affen, einen totaaaaal suessen Nasenbaer und noch ein paar unidentifizierbare 😉 Den Bruellaffen haben wir leider nur gehoert, nocht gesehen…

25.01.2012 Flores – Poptun

Nach einer kurzen und kurzweiligen (aelteren Deutschen mit gleichem Ziel getroffen) Busfahrt von nur ca 2h sind wir in Poptun angekommen. Der Bus war klapprig, aber halbleer und die Strasse wieder in super Zustand. Eigentlich sind wir gar nicht direkt in Poptun, sondern etwas ausserhalb auf der Finca Ixobel. Und hier ist es einfach toll!! Magisch ist wahrscheinlich der richtige Ausdruck. Es ist total friedlich, ruhig, mitten im Gruenen, viele kleine Haeuschen am Grundstueck verteilt, idyllischer Badeteich, tolle Touren im Angebot, grosse Book Exchange (wird wichtig, wenn man laenger reist), leckeres Essen,… hab mich dort so richtig wohl gefuehlt!

26.01.-27.01.2012 Poptun / Finca Ixobel

Am 26.01. haben wir gleich eine kleine Wanderung auf einen pyramidenartigen Huegel neben der Finca unternommen. Leider bekamen wir nicht die tolle Aussicht zu sehen, die wir erwarteten, weil der Huegel ziemlich verwachsen ist. Die Wanderung war auch eher eine Kletterpartie, da der Weg einfach ziemlich schnurgerade auf die Pyramide fuehrt. Danach haben wir uns kurz im Badesee erfrischt, bevor es fuer mich zu einem 2h-Ausritt ging. Der Ausritt war ziemlich genial: Zuerst durch duenne Nadelwald, dann ueber Felder, viel durch den Gatsch, auf einen kleinen Huegel etc. v.a. das Galoppieren war wieder mal suuuuper! Leider waren die Saettel aus Holz, sodass mein Hintern danach ordentlich weh tat 😉

Fuer den naechsten Tag hatten wir eine Tour zur/in die Cueva del Rio gebucht. Wir – das waren in dem Fall die halbe Finca-Mannschafft: Darja (Slowenin, die dort arbeitet), Jackie (Kanadierin), Giovanni (Italien), Nam (USA/Vietnam), Simon und ich. Mir hat die Tour leider aus verschiedenen Gruenden nicht so gefallen: Durch den starken Regen in der Nacht wurde die 2h-Wanderung zur Hoehle (und zurueck) zu einer einzigen Schlammschlacht, wo wir oft knoecheltief versunken sind. Ausserdem hat der Guide ein Hammertempo vorgegeben – als ob er das Ganze nur „abhaken“ wollte. Wir sind durch wunderschoene Natur, aber zum Geniessen, in Ruhe schauen, beoachten etc. war keine Zeit. Fand ich gar nicht toll. Mann, ich bin doch nicht hier, um Sport zu machen, sondern um das Land zu SEHEN! Die Hoehle selbst war dann allerdings ziemlich genial. Wir sind die meiste Zeit geschwommen oder gewatet, da (wie der Name schon sagt) ein Fluss durch die Hoehle fliesst.

28.01.2012 Poptun – Rio Dulce – Livingston

Eigentlich wollten wir von Poptun ueber Fray Bartolome de las Casas nach Coban bzw. in die Gegend. Doch meistens kommt es anders, als man denkt… Jedenfalls sind wir in der Frueh vor an die Strasse, um einen Bus aufzuhalten. Nachdem ewig keiner kam, kamen dafuer 2 Franzosen mit einem uralten roten VW Kaefer! Celine hat das Auto in Tulum gekauft und ist momentan mit Antoine unterwegs. Die beiden wollten uns bis nach Modesto (Abzweigung nach Fray) mitnehmen – doch… auf einmal kamen vom Auto seltsame Geraeusche und wir mussten in eine Werkstatt. Nachdem es mit den beiden echt lustig war, sind wir geblieben und dann mit ihnen weiter nach Rio Dulce – bis Fray haetten wir es in Bussen eh nicht mehr geschafft an dem Tag und uspruenglich hatte ich eh immer vor, nach Rio Dulce bzw Livingston zu fahren… War dann allerdings noch sehr stressig, das letzte Boot um 16 Uhr von Rio Dulce nach Livingston zu erwischen; Bootsstation finden, Parkmoeglichkeit suchen, Tickets kaufen, einkaufen,…auf das Boot springen! 😉 Livingston ist eine „Bezirkshauptstadt“, die ausschliesslich mit dem Boot erreichbar ist und wo hauptsaechlich Garifuna (siehe Belize) leben. Auf der Fahrt haben wir dann schon ein bissl Rum-Orange getrunken und es war recht lustig 😉 Die Fahrt insgesamt war schon auch recht schoen – allerdings sooo empfehlenswert und ueberragend (im Gegensatz zu anderen Fluss/Dschungelbootsfahrten) fand ich es dann wirklich nicht…

29.01.2012 Livingston

Gleich mal vorweg: Livingston ist eeeecht keine Schoenheit! Wir haben uns die Stadt ein bissl angeschaut und sind dann zu den Siete Altares spaziert. Das sind natuerliche Wasserbecken, die nach einem Wasserfall entstanden sind. Diese selbst waren auch wirklich schoen – allerdings hatten wir Wetterpech und mit grauen Wolken leuchtet das Wasser nicht ganz so blau… Der Weg dorthin war allerdings wirklich lang, langweilig und vor allem: sehr sehr dreckig!!! Haben sogar einen toten Hund gesehen, der schon ganz weiss und aufgedunsen war und einfach am Strand langsam verrottete… 😦 Grausig. In dem Dreck dann mit Flip Flops unterwegs sein war nicht so toll – ausserdem mussten wir zwischendurch immer wieder durch die braune Bruehe (= Meer) waten, das einfach nur dunkel und total verdreckt war und wo man nicht wusste / nicht wissen wollte wo man hinsteigt… Nein also…gibt echt schoenere Wanderungen! Zurueck sind wir eine Strasse entlang, was auf jeden Fall besser war. Da es in Livingston nicht viel zu sehen gibt, das Wetter nicht auf unserer Seite war und es uns somit echt nicht besonders gefiel…ging es am naechsten Tag weiter!

30.01.2012 Livingston – Puerto Barrios – Rio Dulce – Coban

Klingt lang, war es auch. Um 5 Uhr sind wir aufgestanden und die (viel!!) guenstigere Variante von Livingston ueber Puerto Barrios (Boot) und dann mit dem Bus weiter nach Rio Dulce gefahren. Von Rio Dulce aus ging es mit dem Kaefer von Celine weiter nach Coban – zuerst eine Autobahn-aehnliche Strecke, dann wurde es immer kuehler und es ging kurvig in die Berge hoch – die Strasse war dann nicht mehr die allerbeste. In Coban sind wir kaputt angekommen und haben nur noch schnell eine Tour nach Semuc Champey und Lanquin fuer den naechsten Tag gebucht…

31.01.-01.02.2012 Coban / Semuc Champey / Lanquin

Um 6 Uhr ging es los: Kurz zum Fruehstueck und dann nach SEmuc Champey – und WOW: Ab Lanquin war die Strasse echt mega-mega-schlecht!! Gut, dass wir das nicht mit dem VW probiert haben… 😉 In Semuc gibt es eine Art Rundweg, der zuerst zu einem Mirador fuehrt, wo man eine super Aussicht auf die wunderschoenen Naturpools (viel schoener natuerlich als Siete Altares!!!) hatte und das beruehmte Postkarten-Foto selbst schiessen konnte 🙂 Danach haben wir uns einen Teil des Cahabon Rio angeschaut, der tosend in einer Hoehle verschwindet und erst hunderte Meter weiter unten wieder auftaucht. Auf der Strecke dazwischen verlaeuft er komplett unterirdisch – oben sieht man dafuer eben die tuerkisen Naturpools. Dort waren wir am Ende dann und haben trotz kuehlem, regnerischem Wetter gebadet und die Pools genossen – wirklich ein schoenes Erlebnis!! Am Abend sassen wir dann alle zusammen (eine Gruppe Israelis, ein Kiwi, Celine und wir) und haben Karten gespielt – was dann irgendwann unweigerlich zu Trinkspielen umgeschwankt ist 😉 War eine super lustige Runde – auch wenn mein Kopf am naechsten Tag ein bissl gezickt hat 😉

Am naechsten Tag hatten wir ein bissl Zeit zum Relaxen (und Ausnuechtern 😉 ), bevor wir wieder abgeholt und zu den Hoehlen von Lanquin gebracht wurden. Leider hatten wir nicht wirklich viel Zeit dort drinnen und haben auch nicht die komplette Hoehle gesehen (war anscheinend zu rutschig) – also Aktun-kan hat mir eindeutig besser gefallen! Beim Rausgehen haben wir dann lustigerweise einen Ami und einen Iren wieder getroffen, mit denen wir in Tulum in der Casa del Sol Party gemacht hatten! So klein ist die Reise-Welt 🙂

In Coban hatten wir leider eine unschoene Diskussion mit Celine, die auf einmal viel zu viel Benzingeld von uns haben wollte. Obwohl wir nicht mit ihr weiterfahren wollten und der Tank noch min. halb voll war, sollten wir komplett dafuer bezahlen. Sind ihr dann total entgegen gekommen – aber sie hat nichts mehr mit uns geredet und sich nicht mal mehr verabschiedet… tja, auch so koennen Reisebekanntschaften leider enden!

02.02.2012 Coban – Nebaj

Mit verschiedenen Colectivos ging es von Coban nach Nebaj – ueber die schlechtesten Strassen, die ich jemals gesehen habe! Teilweise echt abenteuerlich – und so wie manche Fahrer hier fahren… Ein Teil der normalen Strasse ist naemlich seit einem Erdrutsch vor ca 2 Jahren nicht mehr passierbar – es gibt eine Alternativroute, aber die ist mehr als abenteuerlich! Solche durchgehenden Minibusfahrten sind nicht so toll…irgendwann hat man so Durst, kann aber nichts mehr trinken, weil man schon seit 2h aufs WC muesste – und bekommt dann richtig Kopfweh, weil man viel zu wenig getrunken hat…… So interessant und landschaftlich schoen die Fahrt auch war, war ich dann sehr froh, angekommen zu sein! Wir haben viele sehr nette Guatemalteken kennengelernt und den Weltrekordversuch von „wie viele Leute passen in einen Minibus“ miterlebt 😉 Als ich dann mal ganz dringend aufs WC musste, hat der ganze Bus auf mich gewartet und alle haben mich interessiert angestarrt…hihi

So, das war’s fuer’s Erste! Teil 2 und Teil 3 von Guatemala folgen demnaechst… 🙂