Archiv der Kategorie: Nepal

Nepal – Fotos & Summary

Leute: Von den Nepalesen habe ich recht unterschiedliche Eindrücke gewonnen. In den Bergen waren die meisten sehr nett, hilfsbereit und höflich. Wir haben auch viele Guides und Porter von anderen Gruppen kennengelernt, die immer super drauf waren. In den Städten danach hatte ich nicht immer einen ganz positiven Eindruck. Öfter wurde ich als Frau einfach ignoriert, wenn ich etwas fragte oder ich wurde auffallend anders behandelt. Evtl. weil im Hinduismus eine Frau nicht viel zählt? Insgesamt war mein Eindruck aber trotzdem positiv. Andere Trekker kamen aus den verschiedensten Ländern: Frankreich, Russland, Tschechien, Deutschland, Österreich, Neuseeland, USA,…, wobei die meistvertretenen Länder eindeutig Frankreich und Deutschland waren. Immer wieder saß man abends am Feuer zusammen und immer wieder lief man sich über den Weg 🙂

Essen: Schon am ersten Tag in Nepal habe ich festgestellt, dass ich wohl im Essenshimmel gelandet bin! 🙂 Nach Südamerika war Nepal einfach ein Traum für mich als Vegetarier. Es gab unendlich viel Auswahl zu günstigen Preisen und es war (fast) immer sehr sehr lecker!! Auch am Trek haben wir dann sehr gut gegessen, wobei die Speisekarten so vereinheitlicht waren, dass wir uns am Ende trotzdem gewünscht haben, etwas anderes zu sehen 😉 Vor allem die tibetische Küche (Momos, Momos, Mooooooomos!!!!!) und die bhutanesische haben mir sehr gut geschmeckt!

Wetter: Blauer Himmel, Sonnenschein! Auf unserem Trek hatten wir fast ausschließlich bestes Wetter. Natürlich war es in den höheren Lagen etwas kühler und manchmal zogen am frühen Nachmittag einige Wolken auf oder es kam kalter Wind. Insgesamt hatten wir aber riiiiiiesen Wetterglück und haben keinen Tropfen Regen gesehen! 🙂

Kosten: Insgesamt habe ich am Tag ca. 15 Euro ausgegeben. In den Bergen waren die Unterkünfte spottbillig (1-3 Euro pro DZ), dafür das Essen eher teuer. In den Städten war es dann eher umgekehrt, wobei wir uns oft ein besseres Restaurant gegönnt haben… Die Busse am Annapurna-Trek waren leider überraschend sehr teuer – aber nur dort.

Unterkünfte: Die Lodges in den Bergen waren echt süß. Manchmal (vor allem weiter oben in den Bergen) sehr sehr basic und nur mehr Kaltwasser oder gar keine Dusche – aber meistens gab es sogar Heißwasser! Und spottbillig war es auf jeden Fall. Die Städte etwas teurer, vor allem in Kathmandu hat das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht so gestimmt.

Infrastruktur: In den Bergen teuer und spärlich. Von/nach Kathmandu/Pokhara gab es sehr alte aber günstige Busse. In Kathmandu und im Kathmandu-Tal haben wir uns super mit Öffis zurecht gefunden. War immer alles irgendwie zu finden und dann sehr sehr günstig. Die Abzocke-Taxis braucht man so zum Glück nur selten und wenn man beim Handeln hartnäckig ist, bekommt man auch fast den local Preis… 😉

Krankheiten: Richtig krank war ich nie. Zwischendurch immer wieder mal ein bisschen verkühlt, mal Halsschmerzen, mal ein bisschen die Muskeln gespürt,… Ziemlich genervt hat mein rechtes Knie – die Entzündung wird wohl noch länger bleiben. Insgesamt lief aber (für so viele Tage anstrengendes Trekking) alles doch sehr sehr gut!

Sicherheit: Endlich in Asien und keine Gedanken wegen der Sicherheit machen! Eventuell wegen der Bergsicherheit, aber wir waren ja gut ausgerüstet 🙂

Persönliches TOP: Der gesamte Annapurna Trek und Pashupatinath.

Persönliches FLOP: Laute Motorradhupen und verrückte -fahrer!

Hier findet ihr Berg-Fotos von Nepal // click here for all my trekking pictures of Nepal: Thorung La - geschafft!

…und hier alle Kultur-Fotos // …and here for all pictures of the culture part: Swayambunath

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Trekking in Nepal

06.11.-22.11.2012 (16 Tage) Annapurna Circuit Trek

06.11.2012 Kathmandu – Besi Sahar

Eigentlich wollten wir mit dem Minibus nach Besi Sahar – eine scheinbar kostengünstige und schnelle Methode. Scheinbar – wir werden es wohl nie erfahren, denn leider wurde uns an der Busstation trotz mehrmaligem Nachfragen ein Ticket für den Local Bus verkauft. Dieser ist zwar ein interessantes kulturelles Erlebnis, benötigt aber ca. 8 Stunden für die Strecke, da er bei jeder Ecke Personen/Ladungen aus- und einlädt. 😉Busfahrt nach Besi Sahar So sind wir trotz frühem Start erst nachmittags in Besi Sahar angekommen und haben beschlossen erst mal eine Nacht zu bleiben und den Trek am nächsten Tag zu starten. Besi Sahar besteht eigentlich nur aus einer Hauptstraße, hat aber schon schöne Bergaussichten und nette Lodges zu bieten.

07.11.2012 Besi Sahar – Bahundanda

Der erste Tag startete gleich nicht so toll: Nachdem wir gerne eine Variante gehen wollten, um der Jeepstraße zu entkommen und noch Kharsum (kleines Dorf) zu besuchen…verliefen wir uns gleich mal und schossen 1,5 Stunden und einige Höhenmeter in den Wind.los geht's!Danach ging es aber besser weiter: Der Weg führte uns durch hübsche kleine Dörfer, vorbei an bunten Lodges, Terrassenfeldern, Bächen, Hügeln,…und das alles bei knallblauem Himmel und wunderbarem Wetter!

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Das Lodgedorf Ngadi Bazar liegt wunderschön und sollte eigentlich Tagesziel sein – doch uns zog es noch den steilen Hügel hinauf nach Bahundanda – der anstrengendste Teil des Tages! Das Mountain View Hotel ist sehr sehr basic, kostet dafür aber nur 100 Rs. und bietet schöne Blicke über das Tal…

08.11.2012 Bahundanda – Tal

Von Bahundanda ging es erst mal steil bergab mit einem guten Ausblick über die terrassenartigen Felder. Bis Ghermu (Frühstück) war der Weg vor allem steinig, viel abwärts, viele kleine Bäche, nass, alles im Schatten…ziemlich rutschig. Später sahen wir viiiiiele schöne Wasserfälle.

Bahundanda - Tal

Es ging auch durch Jagat, ein recht hübscher Ort. Besonders toll an diesem Tag war das tiefe Tal, durch das wir wanderten und die hohen Bergwände auf beiden Seiten. Die letzten 2 Stunden bis nach Tal haben sich allerdings seeeehr gezogen, aber es hat sich ausgezahlt: Tal ist ein hübsches Dorf mit so vielen netten Lodges, dass die Wahl schwer fällt.

09.11.2012 Tal – Koto

Eine ziemlich zähe Etappe…zuerst hat es lange gedauert, bis ich wirklich aufwachte und den richtigen Rhythmus fand. Dann ging es eine Zeit lang – bevor alles nur mehr besch… war und alle Energie komplett wie weggeblasen!

Tal - Koto

Bis Timang (Mittagessen) war es einfach nur soooo anstrengend und demotivierend.  Wir haben erstmals für Etappen länger gebraucht, als im Führer angegeben und vor allem der letzte Anstieg vor Timang hat alle meine Reserven geleert. Nach einem stärkenden Mittagessen ging es jedoch besser weiter – nach Thanchok, ein richtig süßes kleines Dorf, sehr authentisch, noch weitgehend unbeeinflusst vom Tourismus. Das Dorfleben war einfach toll zu beobachten! Außerdem sahen wir viele Muli-Karawanen; die Mulis haben immer bimmelnde Glöckchen um und tragen oft schönen Kopfschmuck.

10.11.2012 Koto – Upper Pisang

Dieser Tag war sehr kurz, da wir nun anfangen mussten, an langsame Akklimatisierung zu denken.Koto - Upper Pisang Leider hatte ich wieder ein ziemlich langes Energietief, sodass es trotzdem recht anstrengend war. In Brathang stoppten wir für einen Apfelpfannkuchen – war aber nicht so gut, wie erwartet… Dafür war die Landschaft unglaublich beeindruckend:

Koto - Upper Pisang

Upper Pisang ist ein schöner Ort mit vielen alten Gebäuden und einer tollen Gompa mit Aussicht über das Tal und Lower Pisang.DSC03962

11.11.2012 Upper Pisang – Braka

Bis auf den kalten Wind ein sehr guter Trekkingtag! Der Weg war nicht sehr weit, aber ein sehr schöner Panorama-Weg dafür… Wir hatten eine super Aussicht auf die Eisriesen des Annapurna Gebirges gegenüber, das Tal unter uns und die sandsteinartigen Felsformationen direkt „neben“ uns. Unglaublich! 🙂

Koto - Braka, kurz vor Braka

Die Dörfer Ghyaru und Ngawal waren auch echt pittoresk. Braka selbst ist ok – der alte Teil ist wie eine Geisterstadt (fast verlassen), was aber auch ihren Charme hat.

Koto - Braka

Das Wetter war allerdings erstmals nicht soooo gut: Sehr kalter und starker Wind und abends zogen die Wolken richtig zu und man spürte teilweise sogar ein paar kleine Schneeflocken aus den Randzonen kommen…

12.11.2012 Braka – Tagesausflug zum Ice Lake (Kicho Lake)

Zur ersten Höhenanpassung und zum Test machten wir eine Tour zum Ice Lake – und alles klappte wunderbar! Der Weg war länger als gedacht, aber das herrliche Bergpanorama entschädigte für alles!! Eines der besten Gletscher-Panoramen, die ich je gesehen habe bzw. eines der besten Bergpanoramen überhaupt! 🙂Ausflug zum Ice Lake Der Ice Lake selbst war nicht sooo überragend – es war mehr die erwähnte Aussicht auf die Umgebung, die den Ausflug speziell machte.Ice Lake Außerdem sahen wir viele Adler und eine Herde Blauschafe aus der Ferne 🙂

13.11.2012 Braka – Tilicho Base Camp

Einer der besten Trekkingtage!!! Wir starteten sehr früh und marschierten erst mal ins nur 30min entfernte und noch schlafende Manang mit seinen großen Lodges. Dann ging es nach Khangsar, ein weiteres schönes und traditionelles Dorf und zur Tare Gompa. Wer dort ein Gebet spricht, kommt (so heißt es) gut zum Tilicho See und über den Thorung La. Leider war die Gompa geschlossen und wir konnten nur eine Spende in die Box werfen. Die letzten 2 Stunden zum Base Camp waren…einfach unbeschreiblich! Die Landschaft war so toll, so beeindruckend, sooo schön!!!Weg zum Tilicho Base Camp Andererseits war der Weg selbst aber sehr abenteuerlich und führte durch extrem abschüssiges Erdrutschgelände. Der Weg war extrem schmal und neben dir ging es hunderte Meter extrem steil hinunter – und alles loses Geröll/Schotter! Ein falscher Schritt und das war’s……. Außerdem musste man ständig die Geröllhalde über einem im Blick/Gehör haben, ob nicht Steine herunter kamen! Kurz gesagt: Es war für die 2 Stunden extreme Konzentration angesagt und das war dann doch etwas anstrengend. Aber wie gesagt…die Szenarie: Atemberaubend!Dali ähnliche Felsen vor dem Tilicho Base Camp

14.11.2012 Tilicho Base Camp – Himalayan Guesthouse (Nähe Tare Gompa)

Der Tag (bzw. die Nacht) lief leider nicht so wie geplant. Papa teilte mir gleich in der Früh mit, dass er gar nicht geschlafen hatte und schwer Luft bekommen hatte. Da er ein paar Anzeichen der Höhenkrankheit zeigte, wollten wir nichts riskieren und haben uns deshalb vom Plan Tilicho Lake verabschiedet und sind stattdessen etwas abgestiegen und zurück bis zu einem Mittelpunkt des Weges.Trek zum Tilicho Base Camp Dort waren wir bereits mittags, aber nachdem die Sonne so schön ins Esszimmer schien und wir vielleicht eh Schonung brauchten, blieben wir gleich und machten einen halben Relax-Tag daraus. Toll war an dem Tag, dass wir zwei Yak Herden aus nächster Nähe beobachten konnten bzw. den schmalen Pfad mit ihnen teilten. Die Herden kamen aus der Gegenrichtung und hatten (glücklicherweise?) Angst vor uns, sodass sie auf die steilen Rutschhänge auswichen. Wie diese Tiere geschickt sind, selbst wenn sie Vollgas bergab galoppieren!! Unglaublich…geschicktes Yak

15.11.2012 Himalayan Guesthouse – Ledar

Ein kurzer, aber anstrengender Tag. Nachdem wir nicht zurück nach Manang gehen wollten, entschieden wir uns für eine Abkürzung quer hinüber Richtung Yak Kharka. Leider führte uns der Weg erst mal steiiiiil bergauf, um dann alle Höhenmeter wieder zu verschmeißen und wieder steiiiil hinunter zu führen. Mit steil hinauf hab ich ja nicht so die Probleme, aber steil hinunter gefällt mir ja richtig nicht. Irgendwie fühlten sich meine Knie und Muskeln auch besonders schwach an, sodass es echt kein Spass war und wir viele Pausen machen mussten.auf dem Weg nach Ledar Erst gegen Ende, als wir in Ledar ankamen, fühlte ich mich dann wieder besser. Die Tage hier werden immer länger: Man wacht früh auf, geht ein paar Stunden und ist dann schon am Ziel (nicht zu viele Höhenmeter an einem Tag auf der Höhe). Aus Langeweile isst man früh Abend und nachdem das Feuer ausgeht bzw. alle anderen in die Zimmer verschwinden, muss man wohl auch (19.30 oder maximal 20 Uhr!)… Und dann steht eine lange Nacht bevor, denn vor (frühestens) 6 Uhr macht ein Start keinen Sinn…Hüttenstimmung in Ledar

16.11.2012 Ledar – Thorung La Highcamp

Der Weg von Ledar nach Thorung Phedi war recht kurz und unanstrengend. Ein Teil davon ging wieder durch eine abschüssige Geröllhalde – aber bei Weitem nicht so steil, wie am Tilicho Trek. Nach Thorung Phedi ging es steil hinauf ins Highcamp, was vor allem auch wegen der Höhe viel Energie kostete. Definitiv einer der härtesten Teile des Treks bis dahin…auf dem Weg zum Thorung La Highcamp Akute Probleme mit der Höhe hatten wir zum Glück keine, jedoch ging es eben nur sehr langsam vorwärts. Das Highcamp ist eigentlich echt schön gebaut und die Aussicht ist natürlich wieder gewaltig. Nachmittags sind wir auf den „Haushügel“ hinauf, wo die Aussicht noch einmal besser wurde (man glaubt es kaum 😉 ).am Hausberg vom Thorung La Highcamp Leider ist der Gastraum hier oben nicht beheizt, sodass es bald ins Nachtlager gehen musste…

17.11.2012 Thorung La Highcamp – Muktinath

Was für eine Nacht, was für ein Tag!! Sobald wir im Bett lagen, klagte Papa (wie am Tilicho Basecamp) über starke Atemschwierigkeiten und eine Enge im Brustkorb, was sich immer mehr verschlimmerte, sodass wir an einem Punkt sogar überlegten, bald den Helikopter rufen zu müssen. 😦 Papa meinte, es wäre etwas am Herz, vielleicht lag es aber doch an der Höhe…wir haben es nicht ganz herausgefunden. Die Entscheidung war schwierig: Zurück nach Thorung Phedi (nicht viel niedriger, kein Arzt) oder über den Pass nach Muktinath (mehr Zivilisation und evtl. Arzt näher, aber eben erst nochmal höher und über den anstrengenden Pass). Da es Papa im Stehen und Gehen besser ging, entschieden wir uns für die Überschreitung. Zwei deutsche Ärzte waren zufällig auch gerade im Highcamp und gaben uns quasi das OK, dass es klappen könnte. Für Papa engagierten wir an dem Tag einen Träger, und auf ging es…sehr sehr langsam und sehr sehr anstrengde Stunden bis zum höchsten Punkt am Pass!!!früher Start zum Thorung La Und es war wirklich eiiiiiiiiskalt! 😦 Ein einziger Kampf… Ich kann gar nicht beschreiben, wie unglaublich erleichternd es war, als wir endlich vor dem Thorung La Schild standen, das mit bunten Gebetsfahnen übersäht ist. Uns fiel nicht nur ein Stein, sondern eher die ganze Annapurna-Kette vom Herzen.Thorung La - geschafft! Glücklicherweise ging es Papa auch gut, vor allem bergab war dann gar nichts mehr zu merken – zum Glück, denn der Abstieg zog sich ziemlich in die Länge.schöne Umgebung von Muktinath In Muktinath fanden wir leider kein besonders ansprechendes Guesthouse und zogen im Bob Marley Haus ein – das aber bis auf das Ambiente im Gastraum wenig Positives zu bieten hat. Auch Muktinath überzeugt nicht gerade durch seine Schönheit….hässliches Muktinath

18.11.2012 Muktinath – Jomsom

In Muktinath liegt eine Tempelanage, die hinduistisch sehr bedeutend ist und die wir uns natürlich angeschaut haben. Es war ein sehr interessanter Besuch, wenn auch die Stätte selbst architektonisch/künstlerisch nicht besonders auffallend war.Muktinath Tempel Wir haben viele indische Pilger gesehen, die unter den 108 wasserspukenden Kuhköpfen durchliefen. Eiskaltes Wasser, komplett über den Kopf! Das nenn ich mal Pilgerleben… 😉Muktinath Tempel Danach wollten wir eigentlich bis Kagbeni trekken. Leider fühlte Papa sich aber wieder schlechter, sodass wir beschlossen gleich mit dem Jeep nach Jomsom zu fahren um dort zu einem Arzt zu schauen. Die Jeepfahrt war extremst unbequem und Rüttelkiste pur, die Landschaft ringsherum dafür toll. Richtig wüstenartig, so wie man sich den Nahen Osten vorstellt… Sehr interessant! Interessant – wenn auch wenig hilfreich – war auch der Besuch im Krankenhaus von Jomsom. Etwa 5mal (!) wurde Papas Blutdruck gemessen, Fieber gemessen und dann bekam er eine halbe Stunde lang Sauerstoff zum Atmen.Sauerstoffdosis für Papa in Jomsom Wirklich rausgefunden haben wir nichts, auch wenn alle sehr bemüht waren. Schockierend waren die Zustände im Krankenhaus – ein hallenartiges Lazarettlager, Staub und Dreck überall, von Hygiene keine Spur. Von Mangel kann man nicht mal mehr sprechen, da eigentlich fast gar nichts vorhanden war…

19.11.2012 Jomsom – Tatopani

Auch für diese Strecke wollten wir den Bus nehmen. In Jomsom mussten wir richtiggehend um ein Ticket kämpfen, so ein Gedränge war am Schalter. Danach bekamen wir zwar ein Ticket, allerdings nur bis Ghasa. Dort war der Ticketschalter leer – und niemand wollte uns so recht sagen, wann in etwa der nächste Bus nach Tatopani fährt. Alle wollten uns nur einen sauteuren Privatjeep aufs Auge drücken. Außerdem habe ich an dem Tag zum ersten Mal gemerkt, wie wenig eine Frau im Hinduismus zählt. Ich werde bei Fragen oft einfach nur ignoriert, sodass ich Papa schicken muss! 😦 Fettes Dislike!!! Nicht mit uns…daher ging es zu Fuß weiter nach Tatopani. Ich war von der ganzen Situation allerdings so genervt und fühlte mich auch wieder mal energielos, sodass ich den Trek gar nicht genießen konnte. Zitronen am Weg nach Tatopani

20.11.2012 Tatopani – Sikha

Ein recht kurzer Trekkingtag… Wir konnten uns sogar leisten, halbwegs auszuschlafen und noch die heißen Quellen von Tatopani zu besichtigen. Diese sind allerdings ein schlechter Witz. Wer sich in diesen Lochbecken mit fragwürdiger Wasserfarbe zwischen Wellblechdächern, Latten und Müll baden will……weiß ich auch nicht. Wir jedenfalls nicht und so zogen wir nach zwei drei Fotos weiter 😉 Leider tat mein Hals an dem Tag ziemlich weh und mein rechts Knie war wieder zu den Schmerzen, die ich damals in Ecuador/Peru hatte zurückgekehrt 😦 Fühlte mich richtig krank, sodass vor allem die steilen Steinstufen den Tag anstrengend machten! Dafür haben wir eine süße Lodge am Ortseingang von Sikha gefunden, mit schöner Aussicht übers Tal und das Dorfleben ringsherum.Tatopani - Sikha

21.11.2012 Sikha – Ghorepani, Poon Hill

Ein Stufen-Tag! Und wer mich kennt, weiß was das heißt…nicht unbedingt zu genießen und schmerzhaft für mein Knie! Leider hat sich die vermeintlich kurze Strecke ziemlich in die Länge gezogen und zwischendurch habe ich immer wieder gezweifelt, ob ich es überhaupt nach Ghorepani schaffe.Sikha - Ghorepani Ein spätes Mittagessen nach Ankunft half jedoch und ich fühlte mich wieder fit genug für den Poon Hill bei Sonnenuntergang. Während alle Gruppen irre früh aufstehen um den Sonnenaufgang zu sehen, haben wir uns entschlossen besser abends hinauf zu wandern.Poon Hill Unserer Einschätzung nach müsste das Licht auch viel besser für Sonnenuntergänge sein, da die Berge schön beschienen werden, aber man kein Gegenlicht hat. Außerdem sind Sonnenuntergänge sowieso viiiiiiel besser! 😉 Die Stimmung war wirklich super und die Aussicht in alle Richtungen toll.Poon Hill Sonnenuntergang Der Poon Hill ist wirklich ein Aussichtsberg, der sich lohnt!Poon Hill Sonnenuntergang

22.11.2012 Ghorepani – Nayapul – Pokhara

An diesem Tag wartete der laaaaange Abstieg! Der erste Teil verläuft viel durch den Wald und immer wieder auf und ab, was ziemlich demotivierend ist, da man die Höhenmeter ja endlich abbauen möchte. Danach geht es über in zum Teil steile/rutschige Steinstufen, die sehr lange den Hang hinunter bis Tikhedhunge führen. Das war zum Teil überraschend angenehm, so lange ich schnell hinunter laufen konnte. Nach einem leichten Sturz und einiger Zeit waren die Knie und Waden dann allerdings schon sehr zittrig und es ging langsamer vorwärts.Nayapul - nepalesische Kids Der restliche Teil verlief großteils der Jeepstraße entlang bis Nayapul.fast am Ziel! Dort angekommen hatten wir Glück und es „wartete“ gerade ein Bus nach Pokhara auf uns! 🙂 Ab in den Bus und ruck zuck waren wir schon dort! Die Strecke von der Busstation zur Lakeside war natürlich nach so einem langen Trek keine Taxisache mehr. Dort fanden wir ein echt nettes Guesthouse, die sehr zu empfehlende Tranquility Lodge, und belohnten uns mit einem guten Abendessen 🙂

Tipps zum Trekking:

1)      Trek selbst organisieren, ohne Guide und Porter. Nur dann kann man das Gefühl haben, wirklich etwas geschafft zu haben!

2)      Früh starten. Die Berge stehen dann im schönen Morgenlicht und die Gruppen sind noch nicht unterwegs.

3)      Abseits der Hauptorte nächtigen. Wir sind oft ein Dorf davor/danach untergekommen, denn die meisten Gruppen gehen genau die gleichen Etappen, sodass Unterkünfte dort voller und teurer sind.

4)      Auf jeden Fall mindestens einen Tagestrip abseits der Route machen. Am besten bieten sich der Ice Lake und der Tilicho Lake an – beides wunderschön, und gleich weniger Leute unterwegs!

Und ein abschließendes Wort noch zu den Tieren am Trek: Jeder spricht immer nur von den tollen Berglandschaften. Natürlich sind diese wirklich beeindruckend und einzigartig. Ich hatte vorher noch nie wirklich viel von der Tierwelt auf dem Trek gehört, doch fand diese ziemlich faszinierend. Yaks, Blauschafe, Adler, Echsen, Murmeltiere, Bergwölfe (?) und vieles mehr machten den Trek für mich noch besser! 🙂

Nepal – der kulturelle Teil…

04.11.-05.11., 25.11.-01.12.2012 Kathmandu / Bhaktapur / Bodhnath / Pashupatinath / Patan

Kathmandu ist ein einziges Chaos. Schon ziemlich so, wie ich mir Indien vorstelle… Der Verkehr ist enorm, gleichzeitig drängen sich hunderte (tausende?) Menschen in den Straßen. Die Straßen sind eng, stehen vor Dreck und Müll und auf beiden Seiten halb von Märkten / Händlern blockiert. Dazwischen spazieren seelenruhig Kühe herum, suchen im Müll nach essen und geben immer wieder ein lautes Muhen von sich. Der Verkehr drängt sich mit großem Gehupe zwischen den Fußgängern durch, nach dem Motto „hier bin ich, ich gebe Vollgas, verp*sst euch aus meinem Weg!“. Vor allem die Motorradfahrer haben mich so manches Mal fast aus der Haut fahren lassen, wenn sie wie bescheuert durch die Straßen rasten und permanent auf die (viel lauter als normale) Hupe drückten und dich ständig fast über den Haufen fuhren. Meiner Meinung nach sollte es echt eine maximal zulässige Lautstärke für Hupen geben. Irgendwann meinte Papa, dass man wohl keine 3 Sekunden KEIN Hupen hört. Wir haben versucht zu zählen und kamen nicht mal bis 2. Krass!!! Das bunte, chaotische Getümmel ist aber natürlich auch faszinierend und interessant und so verbrachten wir viel Zeit damit, einfach durch die Straßen Kathmandus zu spazieren. Kathmandu StrassenThamel ist nochmal eins oben drauf, weil man zusätzlich zur obigen Beschreibung alle paar Meter von Händlern / Trekkingguides / Restaurantangestellten / Taxis / Rikschafahrern/…… angesprochen wird, ob man nicht eine Flöte, ein Schachspiel, Tigerbalm, ein bissl Haschisch oder sonst was kaufen möchte. Allgegenwärtig war für uns das „yes, Sir!“ – als ob man denn irgendwas gewollt hätte!? Am Ende war ich froh, aus dem Getümmel entfliehen zu können 😉Kathmandu Chaos Eine Oase der Ruhe ist der Garden of Dreams – ein kleiner Park, dessen Restaurierung von der österr. Regierung finanziert wurde. Ein bisschen erinnert er somit an Parks zuhause und ist v.a. architektonisch recht interessant. Geblüht hat leider in der Jahreszeit gerade nichts…Garden of Dreams Immer wieder haben wir Zeit auf dem Durbar Square verbracht, der in unmittelbarer Nähe unseres Guesthouses lag. Dort war immer was los, und auch am letzten Tag haben wir noch Neues entdeckt. Die vielen Tempel sind schön erhalten und werden eifrig genützt.Kathmandu Durbar Square Die Tempelstufen dienen als Marktstände und/oder als Treffpunkt um Tratsch und Klatsch des Tages auszutauschen.Kathmandu Durbar Square Verkaeuferin Auch nach Swayambunath haben wir es zweimal geschafft. Die Tempelanlage liegt auf einem Hügel im Westen der Stadt und man hat eine schöne Aussicht über Kathmandu. Der Hügel wird von einigen Affen bewohnt, die dann inmitten der alten Stupas herumturnen. Dazwischen gehen Gläubige ihre Runden und drehen an den Gebetsmühlen…Swayambunath

Einen Tag sind wir mit dem Bus nach Bhakatapur gefahren – eine rote Ziegelstadt mit vielen alten Tempeln und anderen sehenswerten Bauten. Auch die Straßen an sich sind aufgrund der tollen Bauweise eine Sehenswürdigkeit!Bhaktapur Stadt Auch hier gibt es einen Durbar Square mit einer großen Ansammlung von Tempeln, die wechselweise verschiedenen hinduistischen Göttern gewidmet sind und immer wieder tolle Schnitzereien beinhalten.Bhaktapur Interessanterweise waren die Erbauer wohl gar nicht prüde: Verschiedenste Sexszenen sind an vielen Dachstützen detailliertest eingeschnitzt! 😀 Auch bekannt in Bhaktapur: Der Potter Square (Töpferplatz), wo direkt auch alles in offenen „Öfen“ gebrannt wird. Ich muss sagen, ich war eher enttäuscht. Der Platz war nicht so groß wie erwartet und die Händler hatten leider alle nur kitschigen Ramsch zu verkaufen – keine kreativ schönen Schüsseln, Vasen oder Ähnliches.Bhaktapur Potter Square Insgesamt hat mir Bhaktapur aber sehr sehr gut gefallen und es war herrlich entspannend, da viele Zonen nicht dem Verkehr zugänglich sind. Die einzigen, die nervten, waren die Möchtegern-Guides, die uns nicht in Ruhe lassen wollten,…… 😉

Bodnath und Pashupatinath liegen in unmittelbarer Nähe voneinander und quasi noch in Kathmandu, weshalb wir beide zusammen besucht haben. Bodnath ist die größte Stupa Asiens – wobei ich mich frage, woran das gemessen wird. Die unterste Plattform ist wohl größer als die Shwedagon (Yangon, Myanmar), die eigentliche Stupa aber bestimmt nicht. Dennoch war das Treiben rundherum äußerst interessant – man merkte die große Bedeutung für buddhistische Gläubige. Die erste Plattform kann sogar bestiegen werden und man kann von dort auf das Treiben herabblicken – noch besser geht das von den Dachterrassen der umliegenden Restaurants, wo wir mit dieser tollen Aussicht unser Frühstück genossen 🙂Bodnath Von Bodnath kann man in ca. 20 Minuten gut selbst nach Pasupatinath spazieren. Erst war ich skeptisch, ob wir dort wirklich hin sollten, da viele Tempel Nicht-Hindus nicht zugänglich sind. Im Nachhinein bin ich sehr sehr froh, dass wir dort waren und es war für mich eindeutig die beeindruckendste religiöse Stätte Nepals. Man fühlte sich wie in einer anderen Welt. An den Ghats (Stufen am heiligen Fluss Bagmati) werden laufend Verbrennungszeremonien abgehalten, denen man von der anderen Flussseite gut zuschauen kann, ohne dabei zu stören. Ständig geht Rauch auf über den Tempeln von Pashupatinath. Mir fehlen die richtigen Worte, ob so eine Kremation zu beschreiben, es ist auf jeden Fall sehr berührend und Gänsehaut garantiert…Pashupatinath

Eine weitere interessante Stadt im Kathmandu-Tal ist Patan, wo wir auch einen Tag verbrachten. Die Ansammlung an Tempeln und Tempelplätzen ist nicht so groß wie in Bhaktapur, dafür stehen hier auf dem Durbar Square zwei Tempel mit tollen Steinmetzarbeiten, die vom nordindischen Tempelstil beeinflusst wurden. Diese haben mir auch am besten gefallen – denn die anderen Tempel sahen irgendwann alle ähnlich aus 😉Tempel im indischen Stil in Patan Am Durbar Square liegt auch das Patan Museum – scheinbar das beste Museum des Landes und vom selben österr. Team finanziert, wie schon der Garden of Dreams in Kathmandu. Es war auch wirklich interessant und man könnte wohl Tage darin verbringen. Die ausgestellten Kunstschätze sind teilweise sehr alt und bedeutend und in jedem Fall ausführlich erklärt und beschrieben. Fast zu ausführlich – irgendwann konnten wir nicht mehr alles aufnehmen! 😉 Außerdem sind quer in der Stadt verstreut noch viele weitere bedeutende Tempelanlagen – für alle hat unsere Zeit leider nicht mehr gereicht. Der Goldene Tempel war aber auf jeden Fall auch mal wieder etwas ganz anderes und recht beeindruckend.

23.11.-24.11.2012 Pokhara

Nach dem langen Trekking war der Aufenthalt in Pokhara sehr angenehm: Wir haben uns ein gutes Guesthouse gesucht, das auf jeden Fall heißes Wasser und gute Matratzen hatte und auch sonst haben wir uns viel gutes Essen gegönnt. Das Essen in den Bergen war zwar unerwartet gut, aber irgendwie auch immer nur das Gleiche. Schön, mal wieder Abwechslung auf den Speisekarten zu sehen! Pokhara liegt wirklich schön am Phewa See und an klaren Tagen soll man die Gebirgsketten im See spiegeln sehen.Pokhara Phewa Lake Leider war das Wetter eher diesig oder bewölkt. Wir hatten wohl echt Glück, in den Bergen sah es nämlich aus der Ferne nicht so toll aus – evtl. Regen!? Am Phewa See gibt es eine kleine Tempel-Insel, zu der wir uns rudern ließen. Der Tempel war nicht sonderlich spektakulär, aber es war schön, auf dem Wasser zu sein und das ganze Treiben zu beobachten.Tempel Pokhara Der alte Stadtteil von Pokhara wird ebenfalls als sehenswert empfohlen – es war zwar interessant, mal weg von der Tourimeile zu kommen, aber sehenswert!? Hmmm…  Einen Tag haben wir uns Fahrräder geliehen, was echt super war! Endlich mal auf kein Taxi angewiesen… Wir sind mit den Rädern zu den Devi Falls (Wasserfall) gefahren und auch die Höhle gegenüber haben wir uns angeschaut. Die Erwartungen waren sehr gering, aber wir wurden positiv überrascht! Ein schöner Ausflug, wenn man Zeit hat… Auch das Mountain Museum haben wir uns noch angeschaut. Das Museum ist sehr schön konstruriert und teilweise auch interessant und strukturiert aufgebaut. Teilweise ist es aber noch stark ausbaubar und viele viele Wände sind einfach nur voll gepflastert mit Bergfotos 😉International Mountain Museum In Pokhara sind wir die Tourimeile wohl zig Mal auf und ab gelaufen! Ein Souvenirgeschäft neben dem anderen, immer wieder neue Versuchungen… 😉